erste Geiselnahme zweite Geiselnahme Tortenterror last exit bockenheim

Steinberg flambiert symbolisch eine überzählige 91. Torte
Cof-Kollaboration mit Uni-Präsidium
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Der COF-Gemeinde Frankfurt-Bockenheim ist ein weiterer Coup gelungen:  Bei dem feierlichen Festakt "90 Jahre 90 Kuchen" ist es gelungen den Präsidenten der Universität dazu zu bewegen sich offiziell für das regionale apokalyptische Projekt "last exit bockenheim" zu bekennen.

Frankfurt/ Westend - Acht Monate ist es bereits her, da brachte die Cof-bockenheim ein Bild in Umlauf, dass beim Präsidium der Universität auf mächtigen Ärger stieß. Hatten sie nicht erkannt, dass das Bild in Einklang mit ihren Plänen stand? War es doch ein Bild der Sprengung eines ohnehin brandgefährdeten - ebenso ärgerlichen wir überflüssigen Gebäudes der Johann Wolfgang Goethe Universität auf dem schmuddeligen alten Campus. Die Uni wird Bockenheim verlassen und der Stadtteil wird gänzlich zu dem, was er eigentlich jetzt schon ist: Ein Armenviertel, ein Ghetto, ein Slum - kein Ort für eine Bildungselite.

Die  Cof-bockenheim ging am Dienstag den 1. Juni 2004 sehr behutsam vor: Eingeladen war, zur Eröffnung des "Wissenssommer 2004" mit dem die Universität ihr 90jähriges Jubiläum begeht. Unter dem Motto "90 Jahre - 90 Kuchen" sollte ein erster kleiner Festakt stattfinden. Zunächst schlüpfte die Cof in die Tarnung von engagierten Studierenden und fügte der Kuchentafel eine 91. Torte hinzu.

Es handelte sich um eine Motivtorte, mit einem Maßstabgerechten Modell des sogenannten AFE-Turms. Ebenjenes Abbruchgebäudes, dass sich die Cof-bockenheim als Stellvertreter für ihr regionales apokalyptisches Projekt erkoren hat. Wie genau das Manöver gelang den Präsidenten zu einer derart klaren symbolischen Handlung zu bewegen kann an dieser Stelle nicht ausgeführt werden. Klar ist nur: Die Torte wurde flambiert, der Turm in Brand gesetzt. Ein kleines aufleuchten in den Augen derer, die abgeklärt genug sind zu erkennen welches Spiel hier gespielt wird. Ein symbolischer Akt allerdings, der vom Präsidium inzwischen wieder geleugnet und sogar bekämpft wird.

Die Cof-bockenheim indes hält an ihrem Projekt fest und wird auch in Zukunft zu situativ sich anbietenden ungewöhnlichen Allianzen - weitere Kolaborationen mit dem Präsidium nicht ausgeschlosssen. 

Serie der Anschläge reißt nicht ab:
COF Bockenheim feiert
Jubiläum der Universität

"Wissenssommer 2004"

Während zum Jubiläum der Universität, zum Rückblick auf 90 Jahre Wissenschaftsbetrieb und einem Vorausblick auf den derzeitigen Umbau der Universität - die Präsident Steinberg selbst ein "Verstümmelungprogramm" nannte die Motivtorte "AFE-Turm Bockenheim" flambiert wurde verlas eine AktivistIn der Cof-bockenheim eine Rede. Offizielle Festschriften wurden an die Anwesenden verteilt.

" ... wir werden jetzt diese Torte flambieren, sie soll brennen,
sie soll fallen, ...

 ...Alles was nicht imagekompatibel ist, all das unappetitliche Langzeitstudierendenpack, alles was nicht effizient den wirtschaftlichen Eliten dient abbauen, einstampfen, wegreißen. ..."

 "... Reißt den Schmuddelcampus endlich ab. Für all das gefährliche, überflüssige, ineffiziente Wissen, das hier keinen Platz mehr verdient: Stellvertretend für Bockenheim, stellvertretend für den alten nicht eingezäunten Campus, stellvertretend für die Tradition kritischer Wissenschaften, ...den Turm diesen Schandfleck - stecken wir ihn in Brand"

Plötzlich kippte die Stimmung. Das Extatische der Situation wurde nicht mehr als befreiend, rauschhaft, festlich begrüßt - es mengte sich schlechtes Gewissen ein. Auch das Feuer auf der Festtafel wurde nicht mehr dem Anlass entsprechend empfunden. Man fühlte sich so, als hätte man in jugendlichem Übermut einwenig über die Stränge geschlagen und sich dabei von zivilisatorischen Banden allzuweit freigemacht. Das Präsidium versuchte die Situation wieder unter Kontrolle zu kriegen, die Energien zu bändigen, die losgelöst im Saal ausschwärmenden Ängste und Wünsche wieder einzuhegen und zu kanalisieren. Die Torte wurde gelöscht, der Turm dabei völlig eingerissen, Sicherheitskräfte versuchten  die Aktivisten  aus dem Raum zu entfernen. Gut und böse waren wieder zugeordnet. Ein Hausverbot und juristisches Vorgehen wurden angedroht.

 "Dies soll Euch ein Zeichen sein" rief da noch jemand "Da liegt er der gute Turm, zerschmettert - Stellvertretend für den alten nicht eingezäunten Campus, stellvertretend für die Gesellschaftswissenschaften, stellvertretend für die Sozialwissenschaften, für die Psychoanalyse, für die Tradition kritischer Wissenschaft - Die Zerstörung eines Gebäudes ist ein trauriges Bild - Aber mit ihm wollen wir dieses Fest begehen. Bockenheim kann nur geliebt werden insofern er ein Untergang und ein Übergang ist"

... und man bediente sich eifrig am Kuchenbuffet, nahm Kaffee und Tee, formierte sich zu Grüppchen, diskutierte hochschulpolitische Fragen und genoss den frühsommerlichen Nachmittag auf der großen Terasse vor dem Casino, während die Blicke sich laben konnten an den Parkanlagen des schönsten Campus Europas.

Terror regional - in Frankfurt tut sich etwas:
Angstkampagnen an der Universität